Medizinisch-Psychologische-Untersuchung

Wozu dient die MPU generell?

Wer eine Fahrerlaubnis (Führerschein) erwerben möchte, bekommt von der Gesellschaft einen Vertrauensvorschuss. Denn soweit nichts anderes gegen jemanden vorliegt, darf JEDER den Führerschein machen.

Durch sein Verhalten (Drogenmissbrauch, Alkoholmissbrauch, gewalttätiges Verhalten, Punkte-Sammlung) zeigt der Verkehrsteilnehmer, dass er nicht geeignet ist. So bleibt der Behörde keine andere Wahl, als zum Schutz der Allgemeinheit, den Führerschein zu entziehen.

In der Situation bietet die Untersuchung die Chance zu beweisen, dass man sein Verhalten geändert hat, also aus der Vergangenheit gelernt hat. Schafft man die „Prüfung“ nicht, ist man also tatsächlich ungeeignet und erhält vorerst keinen Führerschein.

Geschichte:

Seit Anfang der 1950er stellt die Untersuchung in Deutschland eine Prognose zur Verkehrsbewährung des Antragstellers und dient als Hilfe für Fahrerlaubnisbehörden zur Vorbereitung ihrer Entscheidung über die Entziehung und Neuerteilung der Fahrerlaubnis. Die Problematik war die Fahrtüchtigkeit traumatisierter Soldaten der Weltkriege. Anfänglich stellten Ärzte eine Liste mit Krankheiten auf, mit denen man nicht geeignet war ein Kraftfahrzeug zu führen. Zum Beispiel waren das:

  • Bluthochdruck -> führt zu Bewusstseinseintrübung -> nicht geeignet
  • Zuckerkrank -> führt zu Bewusstseinseintrübung -> nicht geeignet

Schnell erkannte man, dass die Liste und damit die verbundene Personenanzahl sehr umfangreich wurde. Um den Betroffenen doch noch die Möglichkeit zu geben am Leben teilzuhaben, stellte man Maßnahmen zusammen, die die Eignung wiederherstellen können.

  • Bluthochdruck -> der Blutdruck muss stabil eingestellt sein
  • Zuckerkrank -> der Zuckerkranke muss eingestellt sein und dies dokumentieren

Es wurde also von Anfang an der Ausgleich zwischen dem Schutz der Allgemeinheit und dem Freiheitsbedürfnis des Einzelnen gesucht!

Im Laufe der Jahrzehnte wurde nicht nur die Liste der Krankheiten umfangreicher (zu den körperlichen „Mängeln“ kamen auch geistige hinzu) sondern auch die nicht medizinischen Anlässe.

So entwickelten sich so manche Auswüchse. Wie diese, dass bei dreimaligem Nichtbestehen der Theorieprüfung eine MPU abgelegt werden muss. Hieraus resultiert auch der Name „Idiotentest“. Obwohl dieser seit langem abgeschafft ist, hält sich die Angst der Jugendlichen bis heute davor!

Heute müssen z.B. Fahrlehrer, bevor sie den Fahrlehrerschein bekommen, in manchen Regionen eine erfolgreiche MPU nachweisen.

Seit der Neuausrichtung der Gesetze zum Straßenverkehr 1999 wurden auch die „Gutachten Krankheit und Kraftverkehr“ und „Psychologisches Gutachten Kraftfahreignung“ in der neugefassten Fahrerlaubnisverordnung (FeV) zusammengefasst und eingegliedert.

Der nächste große Schritt war die Öffnung des Marktes „MPU“. Anfänglich war es fast ausschließlich sehr wenigen Organisationen erlaubt worden diese Untersuchungen durchzuführen. Durch die Auswahlmöglichkeit heute entstand das Problem, dass ein einheitliches Regelwerk der Begutachtung zu Grunde gelegt werden musste.

Dies führt dazu, dass man heutzutage dem Psychologen und Ärzten nicht hilflos ausgeliefert ist, sondern alles sehr transparent geregelt ist. Probanden können sich sicher sein, dass sein Gesprächspartner gegenüber auch nicht in einem rechtsleerem Raum aufhält. Er muss sich an die allgemein gültigen Begutachtungskriterien halten.